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Solarstrom & Photovoltaik

Solarladeregler: Welche Größe brauchst du? Laderegler richtig berechnen

Du suchst einen Solarladeregler für neue Module? Wir helfen dir, die richtige Größe zu finden. Wie du die optimale Größe berechnest und die häufigsten Fehler vermeidest, zeigen wir dir hier.

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2026

Kurzantwort: Die Größe deines Solarladereglers ergibt sich aus zwei Zahlen. Erstens dem Ladestrom: Als Faustregel nimmst du die Modulleistung in Wattpeak geteilt durch die Batteriespannung. Ein 200-Wp-Modul an 12 V liefert also bis zu etwa 17 A, dann nimmst du einen Regler mit 20 A. Zweitens der Eingangsspannung: Die Leerlaufspannung deiner Module, bei Reihenschaltung addiert und mit Reserve für Kälte, muss unter der zulässigen Eingangsspannung des Reglers bleiben. Beim Victron 100/20 heißt das: bis 100 V Modulspannung und 20 A Ladestrom.

1. Warum du überhaupt einen Laderegler brauchst

Um deine Batterie zu laden, benötigst du eine passende Ladekennlinie. Die Ladespannung muss dabei in einem definierten Bereich bleiben. Das Solarmodul allein gibt allerdings eine unkontrollierte Spannung aus, je nach Sonnenstand und Ausrichtung. Der Laderegler kommt zwischen Solarmodul und Batterie, begrenzt Ladestrom und Ladespannung und fährt die richtige Ladekurve für AGM, Gel oder LiFePO4. Ohne ihn könntest du die Batterie nicht richtig laden. Ob es ein MPPT- oder PWM-Regler sein sollte, klärt der Ratgeber MPPT oder PWM?, hier geht es um die Größe.

2. Den Ladestrom bestimmen

Der wichtigste Wert ist der maximale Ladestrom, den der Regler in die Batterie liefern muss:

Ladestrom (A) ≈ Modulleistung (Wp) ÷ Batteriespannung (V)

Plane eine kleine Reserve ein, denn an kalten, klaren Tagen liefern Module durchaus kurzzeitig etwas mehr als ihre Nennleistung. Die Hersteller geben für jeden Regler an, bis zu welcher Modulleistung er geeignet ist. Für Victron SmartSolar an einer 12-V-Batterie haben wir folgende Übersicht erstellt:

Modulleistung (12 V)Passender ReglerLadestrom
bis ca. 145 WpSmartSolar MPPT 75/1010 A
bis ca. 220 WpSmartSolar MPPT 75/15 oder 100/1515 A
bis ca. 290 WpSmartSolar MPPT 100/2020 A
bis ca. 440 WpSmartSolar MPPT 100/3030 A
bis ca. 700 WpSmartSolar MPPT 100/5050 A

Bei Votronic steht die Modulleistung direkt im Namen: Der MPP 170 Ci ist für bis zu 170 Wp ausgelegt, der MPP 260 Ci für 260 Wp, der MPP 440 Ci für 440 Wp.

Bei einem 24-V-Bordnetz halbiert sich der Ladestrom bei gleicher Modulleistung. Dann reicht ein kleinerer Regler für dieselben Wattpeak.

Willst du den Regler für eine Solartasche nutzen, nimm als kleinen Tipp lieber eine Nummer größer. Solartaschen werden von ihren Nutzern häufig optimal zur Sonne aufgestellt und regelmäßig nachgeführt. Dadurch ist der Regler deutlich länger unter Volllast als bei Solarmodulen auf einem Wohnmobildach oder einer Yacht. Damit das nicht zur Überhitzung führt, investiere lieber ein paar Euro mehr in die nächste Größe.

3. Die Eingangsspannung prüfen

Regler tragen meist zwei Zahlen im Namen, zum Beispiel „100/20“. Die erste ist die maximal zulässige Spannung der Module (Leerlaufspannung, Voc), die zweite der maximale Ladestrom.

  • Ein einzelnes 12-V-Modul hat rund 20–23 V Leerlaufspannung. Das passt an jeden Regler ab 75 V Eingang.
  • Module in Reihe addieren ihre Spannung. Zwei Module mit je 22 V Voc ergeben 44 V, drei schon 66 V.
  • Reserve für Kälte: Bei Frost steigt die Leerlaufspannung um bis zu 15–20 %. Wird die maximale Eingangsspannung überschritten, kann der Regler Schaden nehmen.

Beispiel: Drei Module mit je 22 V Voc in Reihe ergeben 66 V, mit Kältereserve rund 79 V. Das ist zu viel für einen 75er-Regler, hier sollte ein 100/… her.

4. Batterie und Ladeprofil

Der Regler muss zum Batterietyp passen. Gute MPPT-Regler haben einstellbare Ladeprofile für AGM, Gel und LiFePO4, denn Lithium braucht andere Ladeschluss- und Erhaltungsspannungen als Blei. Bietet dein Regler noch keine LiFePO4-Einstellung, solltest du ihn gegen einen modernen Laderegler austauschen. Achte außerdem darauf, dass die Batterie den Ladestrom aufnehmen darf. Bei üblichen Wohnmobil-Anlagen ist das kein Problem: 30–50 A Solarstrom verträgt praktisch jede 100-Ah-LiFePO4, bei 50 A lohnt trotzdem ein Blick ins Datenblatt.

5. Die häufigsten Fehler

  • Regler zu klein: Ein 15-A-Regler an 300 Wp begrenzt im Sommer den Strom und verschenkt Ertrag. Lieber eine Nummer größer, besonders wenn du später noch ein Modul nachrüsten willst.
  • Eingangsspannung übersehen: Mehrere Module in Reihe an einem 75er-Regler können bei Kälte die Grenze überschreiten und den Regler zerstören.
  • Kabel vergessen: Der Regler bestimmt den Ladestrom, das Kabel muss ihn aber auch tragen. Die Leitung vom Regler zur Batterie sollte kurz sein und den passenden Querschnitt haben, den du im Kabelkonfigurator berechnen kannst. Dazu gehört eine Sicherung nah an der Batterie.
  • Ein Regler für unterschiedliche Dachflächen: Sind Module verschieden ausgerichtet oder unterschiedlich verschattet, ist ein eigener Regler je Modulgruppe meist besser.

Wie viel Solarleistung du überhaupt brauchst, berechnest du mit dem Ratgeber Solar-Ertragsberechnung.

Falls du unsicher bist, melde dich gerne bei uns, wir helfen dir natürlich weiter.

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