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Solarstrom & Photovoltaik

Solaranlage fürs Wohnmobil: Größe, Kosten und Komponenten

Wie viel Wattpeak braucht dein Wohnmobil? Solaranlage richtig planen: Leistung, starre oder flexible Module, MPPT-Regler, Batterie, Kosten und Einbau, auch für Wohnwagen und Camper.

Zuletzt aktualisiert: 7. November 2026

Kurzantwort: Für die meisten Wohnmobile und Camper lassen sich 200–400 Wp auf dem Dach unterbringen. 2 Personen mit einem Kompressorkühlschrank, Licht und Laptops verbrauchen ca. 600–1.000 Wh pro Tag und kommen von Frühjahr bis Herbst mit 300 Wp problemlos aus. Die Solaranlage besteht aus dem Solarmodul, dem MPPT-Laderegler, Kabel, Sicherung, Dachdurchführung und passender Aufbaubatterie. Ein Solar-Komplettset mit ca. 200 Wp ist die einfachste Lösung. In Eigenmontage kostet dich die Solarseite ca. 500–1.000 €, die Batterie kommt extra dazu.

1. Was macht eine Solaranlage in meinem Wohnmobil?

Die Solaranlage lädt deine Aufbaubatterie wieder auf, auch wenn du nicht fährst und keinen Stromanschluss hast. Sie ersetzt also nicht deine Batterie, sie füllt sie auf. So hast du mehr Zeit ohne Landstromkabel, und auch wenn du lange stehst, bleibt die Batterie voll.

Realistisch ist Solar in Deutschland ein Sommer- und Übergangsthema. Von Mai bis August deckt eine gute Anlage oft den kompletten Bedarf. Von November bis Februar kommt aber so wenig Ertrag vom Dach, dass Solar nur noch dazuliefert. Dann brauchst du einen Ladebooster für die Fahrt oder Landstrom.

2. Wie viele Wattpeak benötigst du?

Du startest die Berechnung immer mit deinem Tagesverbrauch. Die Größe von deinem Dach ist dabei zuerst egal. Diese Profile sind ein guter Ausgangspunkt:

ProfilTypische VerbraucherVerbrauch pro TagEmpfehlung
Minimalist, Bus oder KastenwagenLicht, Handy, sparsame Kühlbox300–500 Wh100–200 Wp
Standard-PaarKompressorkühlschrank, Licht, Laptops, Pumpe, Heizungsgebläse600–1.000 Wh200–400 Wp
Familie oder Komfortzusätzlich Wechselrichter, TV, E-Bikes laden1.200–2.000 Wh400 Wp und mehr

Pro Wattpeak kannst du flach auf dem Dach in Deutschland mit diesen Tageswerten rechnen:

  • Sommer (Mai bis August): 3–5 Wh pro Wp können erreicht werden
  • Übergangszeit (März, April, September, Oktober): 1,5–3 Wh pro Wp
  • Winter (November bis Februar): 0,3–1 Wh pro Wp

Daraus kommt die Formel: Der Tagesverbrauch in Wh geteilt durch den Ertrag pro Wp mal 1,3 ergibt die benötigten Wp. Der Faktor 1,3 ist die Reserve für Wolken, Schatten und Ladeverluste. Bei 800 Wh Verbrauch und einem durchwachsenen Sommertag (3,5 Wh/Wp) kommt man auf etwa 300 Wp. Die Rechnung mit allen Tabellen findest du im Artikel Wie viel Wattpeak brauche ich wirklich?

Das liefern gängige Anlagengrößen pro Tag:

SolarleistungSommerÜbergangszeit
125 Wpca. 375–625 Whca. 190–375 Wh
175 Wpca. 525–875 Whca. 260–525 Wh
210 Wpca. 630–1.050 Whca. 315–630 Wh
350 Wp (2 × 175 Wp)ca. 1.050–1.750 Whca. 525–1.050 Wh
420 Wp (2 × 210 Wp)ca. 1.260–2.100 Whca. 630–1.260 Wh

Wenn du nicht genau weißt, was du brauchst, dann ist es besser, ein Modul zu nehmen, das etwas mehr Leistung bringt. Der Mehrpreis ist nicht hoch, und es ist einfach mehr Arbeit, später ein zweites Modul nachzurüsten, als es gleich richtig zu planen.

3. Diese Komponenten gehören dazu

  • Solarmodul: gibt den Strom ab. Die Leistung richtet sich nach Verbrauch und Dachfläche.
  • MPPT-Laderegler: sitzt zwischen Modul und Batterie und lädt mit der richtigen Kennlinie. Warum er sich im Vergleich zu PWM lohnt, steht in der Anleitung MPPT oder PWM.
  • Solarkabel und Sicherung: meist 4 oder 6 mm², dazu eine Sicherung in der Nähe der Batterie.
  • Dachdurchführung und Halterung: Sie bringen das Kabel dicht ins Fahrzeug und halten das Modul sicher.
  • Aufbaubatterie: speichert den Strom. Sie sollte zwei bis drei Tagesverbräuche fassen.

Die Faustregel für den Regler: Modulleistung durch Batteriespannung. Ein 200-Wp-Modul an 12 V ergibt ca. 17 A, passend ist also ein 20-A-Regler. Für 300 bis 400 Wp nimmst du 30 A. Die genaue Auslegung mit Leerlaufspannung erklärt der Artikel Solarladeregler-Größe berechnen.

4. Starre Module, flexible Module oder Solartasche?

KriteriumStarres ModulFlexibles ModulSolartasche
Montageauf Halter geklebt oder geschraubtdirekt aufs Dach geklebtwird aufgestellt
Gewichthöhersehr geringgering, muss verstaut werden
Kühlunggut, Luft unter dem Modulschlechter, Ertrag sinkt bei Hitzegut
Ertraghoch und lange konstantetwas geringerhoch, weil du sie zur Sonne drehst
Parken im SchattenDach muss in der Sonne stehenDach muss in der Sonne stehenmöglich, Tasche steht in der Sonne
Passt fürdie meisten Wohnmobilegewölbte Dächer, knappe ZuladungEinsteiger, Ergänzung zur Dachanlage

Wenn das Dach stabil ist, funktionieren gerahmte Solarmodule in der Regel am besten. Flexible Solarmodule zeigen ihre Vorteile besonders dann, wenn das Gewicht eine Rolle spielt oder wenn das Dach gebogen ist. Die Unterschiede im Detail stehen unter starre oder flexible Solarmodule. Eine Solartasche ist die Lösung ohne Einbau. Mehr dazu im Artikel über faltbare Solartaschen.

5. Was kostet eine Solaranlage fürs Wohnmobil?

PostenRichtwert
Solarmodul 150–210 Wpca. 150–370 €
MPPT-Laderegler 15–30 Aca. 50–120 €
Kabel, Sicherungen, Kabelschuheca. 30–80 €
Dachdurchführung, Halter, Kleberca. 50–120 €
Komplettset ca. 200 Wpca. 600–1.100 €
LiFePO4-Aufbaubatterie (optional)ca. 500–1.500 €

In Eigenmontage liegst du mit vorhandener Batterie grob bei 500–1.000 €. Mit neuer Lithium-Batterie sind es meist ca. 1.200–2.000 €. Lässt du inklusive Speicher in der Werkstatt einbauen, solltest du mit 2.500–4.000 € und mehr rechnen. Die genaue Aufstellung findest du unter Solar nachrüsten: Kosten.

6. Komplettset oder Einzelteile?

Das Komplettset ist für die meisten die bessere Wahl. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt, du musst nichts an Reglern und Kabelquerschnitt auslegen, und es ist oft auch günstiger im Gesamtpreis als der Einzelkauf. Unsere Solar-Komplettsets gibt es von 125 Wp bis 2 × 210 Wp. Du siehst, was alles dabei ist, auf der Produktseite.

Einzelteile sind dann praktisch, wenn du schon eine Solaranlage hast und die Anlage größer machen willst. Auch wenn dein Dach andere Größen für die Solarmodule verlangt, passen einzelne Teile oft besser. Wenn du den Regler in deine Anlage einbauen willst, vielleicht zusammen mit einem Kombigerät, helfen dir Einzelteile auch weiter.

7. Batterie und Solar zusammen planen

Mehr Solar bringt nur etwas, wenn die Batterie den Strom speichern kann. Der Richtwert: 1–2 mal der Ah-Wert der Batterie in Wp. Zu einer 200-Ah-Batterie gehören also 200–400 Wp.

Eine Lithium-Aufbaubatterie nimmt hohe Ladeströme auf und lässt sich nahezu vollständig nutzen. So holst du mehr aus den Sonnentagen heraus als mit einer AGM-Batterie, die du nur etwa zur Hälfte entladen solltest. Welche Batterie zu dir passt, findest du im Batterie-Vergleich.

8. Soll ich die Solaranlage selbst einbauen oder lasse ich die Arbeit lieber von einer Werkstatt machen?

Wenn du ein bisschen geschickt mit Werkzeug bist, baust du die 12-V-Solaranlage selbst ein. Du solltest auf drei Sachen achten. Das Dach muss richtig sauber sein, bevor du anfängst. Die Dachdurchführung darf nicht undicht werden. Schließe den Laderegler so an, dass zuerst die Batterie und dann das Solarmodul dran kommt. Die Einzelheiten stehen in der Anleitung Camper-Solaranlage einbauen.

Du möchtest den Einbau lieber in Auftrag geben? Dann nehmen wir ihn dir in unserem Einbauservice gerne ab.

9. Solaranlage für Wohnwagen und Camping

Im Wohnwagen gilt die gleiche Rechnung, aber zwei Dinge ändern sich. Ein Ladebooster als zweite Ladequelle fällt meist schwächer aus, da er nur über die Anhängersteckdose Strom bekommt. Solar ist also die wichtigste Stromquelle, und die Dachlast spielt eine größere Rolle, schau dir also leichte Module an. Die komplette Planung findest du unter Wohnwagen autark machen.

Wer nur ganz selten auf dem Campingplatz oder im Zelt ist, braucht keine feste Anlage. Dann kommt eine Solartasche zum Einsatz, die eine Batterie oder Powerstation aufladen kann. Im Artikel Powerstation mit Solar laden findest du, wie das geht.

Solar-Komplettsets für Wohnmobil und Camper

Häufige Fragen

10. Fazit

Die richtige Solaranlage beginnt mit deinem Tagesverbrauch. Für die meisten Wohnmobile sind 200–400 Wp, ein MPPT-Regler und eine Batterie mit zwei bis drei Tagesverbräuchen eine stimmige Basis. Am einfachsten startest du mit einem Solar-Komplettset.

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